EVP Brief 01-2018 (HV) / Februar 2018

Stark oder Schwach?

Im 1. Korintherbrief schreibt der Apostel Paulus: „Was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt!“ (1, 27). Absolut unmöglich, ein solcher Satz. So weit ich die Literatur kenne, hat noch nie ein Mensch einen solchen Satz gesagt. Es sei denn, es war einer von denen, die – wie nun eben der Apostel Paulus – vom hohen Ross heruntergefallen sind. Bist Du auch einer von denen?

Als ich konfirmiert wurde, so erinnere ich mich, dachte ich: Herr, du kannst mit mir machen, was Du willst; aber eines könnte ich nicht ertragen, dass ich unbrauchbar, untauglich wäre für den Bau des Reiches Gottes... Ich war dann tatsächlich untauglich, aber nur fürs Militär (!) Und sonst? Wenn ich heute über mein langes Leben nachdenke, unterdessen bin ich über 80-jährig, so hat sich dieses Wort von der Erwählung Gottes in eigenartiger Weise erfüllt. Nicht Mechaniker sollte ich werden (ich hatte bereits eine Lehrstelle), nein Schriftsetzer, heute Polygraf. Eine vierjährige Lehre, dann gerade einmal 8 Monate im Beruf – aber keine Karriere im Druckereigewerbe. Berufung als Jugendarbeiter des Blauen Kreuzes... und so ging es weiter. Warum also zuerst Schriftsetzer? Damit ich später bei der Gründung der Spruchhilfe „Gott gibt, gib weiter“ als Fachmann die Bibelworte gestalten sollte.

Schwarz auf Weiss“, wie ich damals sagte, „mit der schönsten Schrift“. Kurz: In geheimnisvoller Weise hat mein Herr und Gott das Gestammel des Konfirmanden erhört, so, dass ich heute nur staunen kann. Es ist alles anders gekommen, als ich es mir vorgestellt habe. Aus Schwachheiten hat Gott Stärke gemacht und aus Rückschlägen Aufbrüche, aus Verlegenheiten Gelegen-heiten... so wie es das Wort sagt: „Was ich tue, das weisst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.“ (Joh. 13.7)

Wohl haben schon früh meine Eltern dem jungen Sprössling die Skepsis gegenüber dem eigenen Wesen in die Wiege gelegt. Es ist wahr: „Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzen ist böse von Jugend auf.“ (1. Mose 8, 21) Darum ein dreifaches Hoch auf unsere Schwachheit.

Hanspeter Büchner

 

Jahresbericht 2017

Dankbar blicke ich auf das vergangene Jahr zurück. Gott hat unserer Partei seine Zuwendung und Hilfe wiederum reichlich geschenkt. Glaube, Hoffnung, Liebe; dies ist die Basis für unsere politische Arbeit. Der Glaube befreit uns zum Handeln. Er lässt uns nicht resignieren.

Das Jahr war anspruchsvoll, da am 24. September die Gemeinderatswahlen anstanden. Die Umstände waren neu und mit einigen Unsicherheiten besetzt, musste doch der Rat von 9 auf 7 Mitglieder verkleinert werden. Eine neue Partei, die GLP, nahm an den Wahlen teil, und die EVP ging mit der BDP und der GLP eine Listenverbindung ein. Unser Ziel war die Wiederwahl von Hansjörg Kurt. Weiter versuchten wir, leider erfolglos, eine 2. Liste mit jungen Kandidierenden zu bilden.

Hansjörg Kurt wurde mit einem sehr guten Resultat wiedergewählt. Die Listenverbindung wäre rechnerisch nicht notwendig gewesen, hat aber für Diskussionsstoff gesorgt. Im Vorfeld der Wahlen beteiligten wir uns am Wahlpodium, organisiert durch das Freie Forum Konolfingen und an einer Werbeaktion auf dem Kreuzplatz, zusammen mit Vertretern der BDP und GLP.

Der Vorstand kam zu 11 Sitzungen zusammen um die anstehenden Geschäfte zu bearbeiten. Neben den Wahlen war auch die Neubesetzung des Sekretariats immer wieder Thema.

Im August luden wir zum traditionellen Spiel- und Brätlinachmittag in die Freizeitanlage alte Fischzucht ein, und im November durften wir viele Gäste am Risotto ai Funghi begrüssen.

Das „Fötzele“ machte wegen der grossen Herausforderung mit den Gemeinderatswahlen in diesem Jahr „Pause“.
Ich danke für Ihre Treue und Unterstützung, ohne die unsere politische Arbeit in der Gemeinde nicht möglich wäre.

Heinz Zingg
Präsident EVP Konolfingen

 

Abstimmungen vom 4. März 2018

Parolen Eidgenössische Vorlagen

«No-Billag-Initiative» / Nein

Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren
zur Finanzierung der SRG und Privatsendern.
Argumente:
- Ohne Gebühren sind weder die SRG noch die regionalen Anbieter überlebensfähig.
- Radio- und Fernsehprogramme in der Westschweiz, im Tessin und in der rätoromanischen Schweiz müssten eingestellt werden
- Mit der totalen Kommerzialisierung der Medienlandschaft erhalten finanzkräftige Investoren mehr Macht.

«Finanzordnung 2021» / Ja

Das Recht des Bundes die direkte Bundessteuer
und die Mehrwertsteuer zu erheben läuft Ende
2020 aus. Daher braucht es eine Neuregelung.
Argumente:
- Bei einer Ablehnung der Finanzordnung 2021 würden
dem Bund über 60% der Einnahmen fehlen.
- Die Folgen wäre, dass der Bund seine Aufgaben nicht
mehr finanzieren könnte.

Parolen Kantonale Vorlagen
«Lehrplan vors Volk» / Nein
«Kantonsbeitrag Tram Ostermundigen» / Ja