EVP-Brief 03-2017 / September 2017

Der Manasse-Effekt

«Manasse wurde mit 12 Jahren König und regierte 55 Jahre in Jerusalem.» (2. Könige 21,1) Dieser unauffällige Satz, über den man schnell hinwegliest, ist eigentlich ein Stachel im Fleisch von allen, die die Bibel ernst nehmen. Manasse ist laut den Königebüchern der Inbegriff eines schrecklichen, skrupellosen Regenten, an dessen Händen viel unschuldiges Blut klebte und der mit seiner Politik den Untergang von Juda einläutete. Das Stossende daran ist, dass dieser Untergang einige Jahrzehnte auf sich warten liess: Manasse selbst musste nicht mehr miterleben, wie Jerusalem geplündert, zerstört und sein Volk in die Gefangenschaft geführt wurde. Stattdessen konnte er sich 55 Jahre auf dem Thron halten – eine beeindruckend lange Zeit für einen jüdischen König. Andere Könige, die ihren Job wesentlich besser gemacht hatten, bekamen weit weniger Regierungszeit. Manasses Enkel Josia zum Beispiel konnte trotz beispielhaftem Einsatz die Katastrophe nicht mehr abwenden, die sein Grossvater und dessen Vorfahren heraufbeschworen hatten.

Wenn wir die ganze biblische Geschichte lesen, spüren wir, dass das Säen und Ernten im gesellschaftlichen und politischen Bereich selten im Zeithorizont von heute und morgen stattfindet. Oft sind es die nächsten Generationen, die unsere Früchte ernten werden, während wir selbst vermutlich schon teilnahmslos im Grab liegen. Das ist eine Herausforderung in einer Zeit, in der man eher nach dem Applaus für den letzten Tweet statt nach der Frucht von dem fragt, was man vor 30 Jahren gesät hat. Umso mehr sucht Gott auch heute Menschen, deren Zeithorizont nicht nur die eigene Lebens- oder Amtszeit ist, sondern die das vor Augen haben, was Jesus das «Reich Gottes» nennt: Das, was auch für unsere Kinder, Enkel und Urenkel noch einen bleibenden Wert haben wird, weil es eine langfristige Segensspur hinterlässt und von dem zeugt, dessen Liebe von Ewigkeit zu Ewigkeit Bestand haben wird – allen damaligen und heutigen «Manasses» zum Trotz!

Christian Ringli

 

Gemeinderatswahlen 24. September 2017

Im September 2016 haben die Stimmberechtigten von Konolfingen an der Urne die Gemeindeordnung (GO) und das Reglement Abstimmungen und Wahlen (AWR) angenommen. Gemäss der GO wird der Gemeinderat von 9 auf 7 Mitglieder verkleinert.
Der Gemeindepräsident Daniel Hodel wurde im Mai in stiller Wahl schon bestätigt. Somit sind bei der kommenden Wahl nur noch 6 Gemeinderäte im Proporz (Parteistärke) zu wählen.

Eine Reduktion der Anzahl Gemeinderäte bedeutet automatisch, dass mehr Listenstimmen für einen Sitz notwendig sind.
Seit 45 Jahren ist die EVP im Gemeinderat von Konolfingen vertreten. Dank unseren treuen Wählern schafften wir in den letzten 45 Jahren diese Hürde immer. Unsere Vertreter im Gemeinderat hatten in all den Jahren versucht, dass unsere christlichen Werte auch in der politischen Auseinandersetzung in unserm Dorf ein Thema sind.

Weil die Hürde für den Gewinn eines Gemeinderatssitzes durch die Reduktion noch etwas höher ist, sind unsere Kandidaten umso mehr auf jede Stimme angewiesen. Zudem wird bei diesen Wahlen eine zusätzliche Partei (GLP) um die Gunst der Wähler kämpfen.

Bei diesen Gemeinderatswahlen sind wir auf jede Stimme (Liste 3) angewiesen, damit wir unsern Sitz halten können. Wir bitten Sie, an der Wahl teilzunehmen und hoffen, dass wir Ihre Stimme und ev. auch diejenige Ihrer Bekannten und Freunde erhalten werden.

Wer für die EVP kandidiert, sehen Sie auf dem beiliegenden Flyer.

Anmerkung:
Damit ein eventuelles Restmandat nach Möglichkeit an die kleinen Parteien in der Mitte und nicht an einen der beiden Blöcke rechts oder links gehen wird, sind wir mit der BDP und der GLP eine Listenverbindung eingegangen.

Walter von Aesch

 

Parolen Abstimmungen und Wahlen vom 24. September 2017

Der Vorstand der EVP Konolfingen empfiehlt Ihnen folgende Parolen mit Argumenten der EVP Schweiz:

«Für Ernährungssicherheit» / Ja
Argumente:
- Sicherung des Kulturlandes
- Förderung von Produkten aus nachhaltiger standortangepasster und ressourceneffizienter Lebensmittelproduktion
- Am Markt ausgerichtete Land- und Ernährungswirtschaft

«Zusatzfinanzierung der AHV» / Ja
«Altersvorsorge 2020 (AV 2020)» / Ja

Argumente:
- Notwendigkeit der Reform
- Die künftigen Altersrenten sind gefährdet: Die AV 2020 ist eine der wichtigsten Reformen seit Jahrzehnten und darf auf keinen Fall scheitern
- Sicherung der AHV Finanzierung: Bis mindestens 2030 werden die Renten gesichert
- Bessere Versicherung von Teilzeit und tieferen Löhnen
- Rentenungleichheit zwischen Männern und Frauen nimmt ab

«Wahlen Gemeinderat Konolfingen»
Die Teilnahme an der Wahl ist sehr wichtig damit die EVP ihren Sitz im Gemeinderat halten kann (Liste 3).
Siehe auch Artikel auf der Innenseite.